Neue Presse Coburg, Ausgabe vom 23.12.2019, Seite 18, Stellungnahme 1. BM Karl Kolb
,,Lautertal ist sich seiner Verantwortung bewusst"
Karl Kolb, Bürgermeister von Lautertal, positioniert sich zum Ausbau der Solarenergie. Der Gemeinderat hat den Bau einer Photovoltaikanlage abgelehnt.
Auf den Kommentar der ÜPW Lautertal zu dieser durch die Redaktion der Neuen Presse gesetzten Einleitung wird hingewiesen. (siehe unten)
Lautertal - ,,Es geht um mehr als eine Loipe", schreibt Wolfgang Braunschmidt in seinem Kommentar in der Neuen Presse vom 7. Dezember. (siehe hier, Klick) Darin befasst sich der Autor mit dem Projekt einer47 Hektar großen Photovoltaik-Freiflächenanlage im Bereich Tremersdorf / Neukirchen. In dem Kommentar heißt es wörtlich, ,,es macht keinen Sinn, die Diskussion (...) für alternative Standorte auf die Nachbargemeinden zu reduzieren, wie es jetzt in Lautertal geschieht".
Diese Formulierung erweckt den Eindruck, die Gemeinde Lautertal würde sich der Energiewende verschließen und die Verantwortung auf andere Kommunen abwälzen. Genau das Gegenteil ist der Fall. Im Ortsteil Rottenbach entsteht zurzeit entlang der Autobahn auf einer Fläche von 17 Hektar der zweitgrößte Solarpark im Landkreis. Dieser erzeugt Strom für rund 4700 Haushalte. Lautertal war zudem die erste Gemeinde in der Region, die regenerative Energie durch Windräder erzeugt hat und weiterhin erzeugt. Wer nun die Auffassung vertritt, die Gemeinde Lautertal habe hierdurch ihren Beitrag zur Energiewende übererfüllt, ist töricht und handelt verantwortungslos.
Wir stehen auch weiterhin in der Pflicht, den Klimaschutz vor Ort voranzutreiben.
Wolfgang Braunschmidt schreibt zutreffend, dass der Ausbau von regenerativen Energien die Natur und die Landschaft beeinträchtigt. Diese Einschnitte müssen wir hinnehmen, wenn wir die Energiewende schaffen wollen. Dies wissen die Bevölkerung und die politischen Gremien.
Gerade deshalb sind die Kommunen in der Pflicht und tragen höchste Verantwortung dafür, dass die Einschnitte in die Natur möglichst gering gehalten werden und gleichzeitig eine hohe Energieeffizienz erzielt wird. Daher hat der Gemeinderat von Lautertal mit breiter Mehrheit beschlossen, Freiflächen-Photovoltaikanlagen weiterhin nur entlang der Autobahn zuzulassen. Dort ist der Einschnitt in die Natur bereits vorhanden und es wird keine unberührte Landschaft zerstört. Hier ist in Lautertal weiterhin Potenzial vorhanden, ebenso wie auf privaten und gewerblichen Dächern. Dieses Potenzial vorrangig zu nutzen, ist die Kernaussage des Gemeinderatsbeschlusses. Hierdurch soll die Erzeugung von Solarstrom und Landschaftsschutz in Einklang gebracht werden und die notwendige Akzeptanz in der Bevölkerung erreicht werden.
Klima- und Umweltschutz sind nicht nur auf den Ausbau von regenerativen Energien beschränkt. Deshalb hat die Gemeinde Lautertal unter Beteiligung aller politischen Fraktionen und Ortsbürgern den Arbeitskreis „Klima- und umweltfreundliches Lautertal" gegründet.
Der Arbeitskreis behandelt hierbei alle relevanten Themenbereiche, wie beispielsweise eben den Ausbau regenerativer Energien, die ökologische Nutzung gemeindlicher Flächen, den Ausbau des Radwegenetzes, die Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs, die energetische Sanierung kommunaler Gebäude, Energieeinsparung oder die naturnahe Gestaltung von Gärten.
Die Gemeinde Lautertal ist sich ihrer Verantwortung für den Klimaund Umweltschutz bewusst und wird wie bisher in hohem Maße ihren Beitrag dazu leisten.
Karl Kalb
Erster Bürgermeister
Gemeinde Lautertal
Dezember 2019
Die Stellungnahme des 1. BM finden Sie zudem beim Zeitungsartikel der NP vom 07.12.2019. Klicken Sie hier um dorthin zu gelangen.
---
Dieser Text ist der regionalen Tageszeitung Neue Presse Coburg entnommen unter Kennzeichnung des Autors. Auf die Internetpräsenz des Mediums wird hingewiesen: www.np-coburg.de
Bitte unterstützen Sie die tolle Arbeit und das Angebot der örtlichen Presse.
Die ÜPW Lautertal sagt "Danke!"
Kommentar ÜPW Lautertal:
Die Aussage, der Lautertaler Gemeinderat habe den Bau einer Photovoltaikanlage abgelehnt, ist nicht korrekt.
Warum? Sie lässt vermuten, es gäbe einen ablehnenden Gemeinderatsbeschluss. Das ist nicht der Fall. Tatsächlich aber hat die Fa. SÜDWERK den Antrag auf Einstieg in das notwendiges Bauleitplanverfahren zurückgezogen, sodass es gar nicht erst zur Abstimmung und damit auch zu keiner Beschlussfassung gekommen ist.
Das ist ein Unterscheid von entscheidender Bedeutung.
Ganz im Gegenteil hat sich der Gemeinderat sogar grundsätzlich für Photovoltaik-Freiflächenanlagen ausgesprochen, per Beschluss. Solche sollen auf Flächen entlang der BAB 73 verwirklicht werden, wo ohnehin bereits das Landschaftsbild und die Natur beeinträchtigt sind.