Haushalt 2026

Kommentar von Gemeinderat Dr. Bernd Wicklein

Lautertals finanzielle Situation

Im Namen der ÜPW-Fraktion - und ich denke auch sicher im Namen aller Gemeinderatsmitglieder, möchte ich mich bei unserer Kämmerin Antje Süße für die Aufstellung des sehr umfangreichen und solide aufgestellten Haushaltsplans für das laufende Jahr 2026 bedanken.

Es ist ein Haushalt mit mehr als 17 Millionen Euro. Und für die große Anzahl an Investitionen bedarf es einer kräftigen Entnahme aus der Rücklage mit über 4 Millionen Euro.

Aber die Rücklage ist kein Selbstzweck oder Sparkonto. Wir haben sie für genau diesen Zweck in den letzten Jahren aufgebaut, um sie ohne eine Kreditaufnahme tätigen zu müssen, für diese zukunftsweisenden Investitionen einzusetzen.

Ob alle Vorhaben umgesetzt werden können und sie in vollem Umfang gebraucht werden, wird sich erst im Laufe des Jahres erweisen. Außerdem sind mögliche Fördergelder - etwa für den Erwerb eines Bürgerhauses - noch nicht eingepreist. Auch die Entnahme für den Kanal wird über die Gebühren wieder erwirtschaftet.

Dem Gemeinderat war wichtig endlich den Pausenhof der Mittelschule am Lauterberg umzugestalten und die Brandschutzmaßnahmen abzuschließen.


Große Investitionen werden in den Straßenausbau, Kanalnetzertüchtigung und in unsere Kindergärten getätigt.

Mit dem letzten Teil des Radweges von Neukirchen nach Tremersdorf wird die Lücke innerhalb von Lautertal geschlossen. Die ÜPW Lautertal hat sich dafür seit Jahren eingesetzt, wurde aber vom gesamten Gemeinderat unterstützt.

Wir haben in der letzten Haushaltssitzung auch angeregt, Mittel für die statische Prüfung, Planung und Umsetzung von Photovoltaikanlagen auf unseren kommunalen Gebäuden in den Haushalt einzustellen. Das ist sowohl aus ökologischer, als auch ökonomischer Sicht eine lohnende Investition.

Wichtig war dem gesamten Rat auch die zügige und komplette Umrüstung unserer Straßenbeleuchtung auf LED-Technik. Lautertal ist jetzt in allen Ortsteilen umgestellt.

Bei all diesen großen Investitionen in die Infrastruktur müssen wir auch weiter in das gesellschaftliche Miteinander investieren. Das reicht von Förderung der Jugendarbeit bis zur Seniorenarbeit, von Förderung des Vereinslebens bis zu unserer Feuerwehr.

Wir haben aber auch unser Freizeitleben im Blick. Der Bogen reicht vom Kinosommer, über das Stadtradeln, vom noch dieses Jahr zu errichtenden Trimm-Dich-Pfad über das Aufstellen eines Glockenturms an der Franziskuskapelle.

Dieses ansprechende Gesamtpaket ist anspruchsvoll, aber finanziell machbar.

Das trotz dieser Investitionen die Pro-Kopf-Verschuldung in Lautertal zum Ende des Jahres auf unter 70 € sinkt und voraussichtlich schon im kommenden Jahr wieder mit einer Zuführung zur Rücklage zu rechnen ist, verdanken wir unserem umsichtigen Haushalten, aber vor allem unser Kämmerin und der gesamten Verwaltung.

Dafür ein aufrichtiges "Dankeschön!"
 

Als Ausblick möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass wir in der letzten Haushaltssitzung auch ein mögliche Verbesserung unserer Einnahmesituation andiskutiert haben.

Ein Anheben der Hundesteuer mag da auch dazu gehören, liegt aber im Promillebereich des Haushalts. Die Grundsteuer A und B gehört in der Tat angehoben . Sie wurde letztes Jahr ergebnisneutral den neuen Gegebenheiten angepasst, aber seit vielen Jahren nicht erhöht.


Die echten Stellschrauben sind hingegen die Gewerbe- und die Einkommenssteuer.

Das muss aber der neue Gemeinderat sehr gut abwägen, ob etwa eine Ausweisung weiterer Baugebiete oder Flächen für Photovoltaik und weiterer Windräder wirklich gewollt und umsetzbar ist.


Für die ÜPW-Fraktion im Lautertaler Gemeinderat

Gemeinderatsmitglied
Dr. Bernd Wicklein

[veröffentlicht am 06.04.2026]